Demenz verursacht Veränderungen des Gehirns und des Körpers, welche die Sicherheit in den eigenen vier Wänden beeinflussen können. Es gibt viele potenzielle Risiken im eigenen Wohnbereich und Anpassungen sind wichtig, um Unfälle zu verhindern und Verwirrung zu minimieren. Darüber hinaus können Personen mit Demenz von einem wiedererkennbaren und optimiertem Lebensumfeld profitieren. Eine exzessive Renovierung kann jedoch zu Verwirrung führen. Versuchen Sie die Balance zu finden und vergessen Sie nicht, dass kleine Änderungen schon einen riesigen Unterschied machen können. Das Ausmaß der benötigten Anpassungen hängt von den Herausforderungen der Person mit Demenz ab.
Räumen Sie auf.
Wenn das Gedächtnis schlechter wird, scheint es eine gute Idee zu sein, die nützlichsten Gegenstände in der Nähe zu haben und wichtige Dinge auf Notizzettel zu schreiben. Mit der Zeit kann es aber passieren, dass man einen größeren Stapel von wichtigen Gegenständen hat und die Notizzettel überall herumfliegen und niemand etwas findet. Versuchen Sie ein System zu erstellen, in dem die wichtigen Dinge ihren fixen Platz haben. Ziel des Aufräumens sollte die Beibehaltung des familiären Umfelds sein, aber gleichzeitig auch Kram wegzuräumen.
Suchen Sie nach Stolperfallen und entfernen Sie diese.
Entfernen oder befestigen Sie Teppiche. Überprüfen Sie die Kabel für Fernseher, Radio, Lampen und andere elektronische Geräte. Wenn Sie denken, dass es möglich wäre, dass jemand über ein Kabel stolpert, suchen Sie nach einem anderen Weg für das Kabel. Versuchen Sie die normalen Routen im Haus abzugehen und schauen Sie, ob Sie an Gegenständen vorbeikommen, die jemanden zum Stolpern und möglicherweise auch zum Fallen bringen könnten.
Stellen Sie gute Lichtverhältnisse sicher.
Gewährleisten Sie gleichmäßiges und natürliches Licht in Wohnräumen und gute Beleuchtung in oft benutzten Bereichen. Es ist vor allem wichtig, genügend Licht bei den Stiegen, in Gängen und im Badezimmern zu haben. Überlegen Sie, ob Beleuchtung mit oder ohne Sensoren vom Schlafzimmer zum Badezimmer Sinn machen könnte. In der Nacht ist alles dunkel und die Person mit Demenz könnte verwirrter sein als untertags. Kaufen Sie batteriebetriebene Lichtsensoren oder lassen Sie das Licht zwischen Schlafzimmer und Badezimmer an, um die Person in die richtige Richtung zu lenken.
Entfernen Sie potenziell gefährliche Gegenstände aus der Umgebung der Person mit Demenz.
Die meisten Putzmittel beinhalten gefährliche Chemikalien. Giftige und dekorative Pflanzen können mit echtem Essen verwechselt werden. Passen Sie auf, wo Sie Medikamente und Alkohol platzieren. Entfernen Sie elektronische Geräte aus dem Badezimmer. Wenn es nötig ist, gefährliche Gegenstände im Haus aufzubewahren, dann platzieren Sie diese außer Reichweite, um Unfälle zu vermeiden. Stellen Sie das Wasser in der Dusche/Badewanne auf eine passende und sichere Temperatur schon vorab ein.
Denken Sie an Notfallsicherheit und erwägen Sie Geräte zur Prävention zu kaufen.
Wechseln Sie die Batterien in Rauchmeldern und kontrollieren sie Feuerlöscher regelmäßig. Platzieren Sie eine Liste mit Notfallnummern beim Telefon inklusive der Nummer der lokalen Vergiftungsinformationszentrale. Entfernen Sie die Schlüssel für Zimmertüren, um zu verhindern, dass sich die Person mit Demenz selbst einsperrt. Erwägen Sie Geräte anzuschaffen, die Überschwemmungen verhindern, automatische Abschaltfunktionen für Haushaltsgeräte und einen Herdschutz.
Stellen Sie zusätzliche Unterstützung in den Bereichen, in denen sich die Person sich bewegt, zur Verfügung.
Erwägen Sie, Haltegriffe in der Dusche/Badewanne und Toilette zu installieren. Stellen Sie sicher, dass das Treppengeländer fest angebracht ist. Benutzen Sie Sessel mit Armlehnen, um Unterstützung beim Hinsetzen und Aufstehen zu ermöglichen.
Reduzieren Sie Verwirrung mittels Kontrastfarben.
Stellen Sie sicher, dass sich die Person in dem Raum selbstständig orientieren kann. In einem weißen Badezimmer, mit einer weißen Toilette, einem weißen Waschbecken und einer weißen Badewanne, kann es schwer zu erkennen sein, wohin der Müll soll. Weitere Verwirrung kann auftreten, wenn der Mülleimer aufgrund der gleichen Farbe mit der Toilette verwechselt wird. Versuchen Sie die Bereiche, die die Person mit Demenz wahrnehmen soll, hervorzuheben. Sie könnten beispielsweise die Toilettenbrille gegen eine in Kontrastfarbe austauschen und entfernen Sie den Toilettendeckel, wenn Sie denken, es sei hilfreich. Es kann eine gute Idee sein, Stufen mit farbigen Klebestreifen zu markieren.
Nutzen Sie Farben, um Interesse zu limitieren.
Sie können Kontrastfarben nutzen, um Verhalten zu verstärken und bestimmte Bereiche einer Umgebung hervorzuheben. Auf die gleiche Weise können Sie Farben nutzen, um das Interesse in bestimmten Bereichen zu minimieren. Wenn Sie eine Türe weniger interessant wirken lassen wollen, versuchen Sie sie Teil der Wand werden zu lassen indem Sie die Türe in der selben Farbe anstreichen oder Aspekte, die man mit einer Wand verbindet (zB Gemälde) hinzuzufügen. Die Türschnalle höher oder niedriger zu platzieren, könnte auch hilfreich sein.
Achten Sie auf Muster, die Verwirrung bei der Person hervorrufen können.
Eine Person mit Demenz kann auffällige Muster mit echten Gegenständen verwechseln. Ein dunkler Teppich mit weißen Details kann wie verstreute benutzte Taschentücher aussehen und die Person könnte versuchen, diese aufzusammeln und wegzuräumen. Manche Muster können wie Höhenunterschiede aussehen, dunkle Fußabtreter auf hellen Böden könnten wie „Löcher“ im Boden wahrgenommen werden, Streifen und Zickzacklinien wiederum als sich bewegende Objekte.
Kleben Sie Sticker auf Fenster und erwägen Sie, Spiegel zu entfernen.
Falls es im Wohnbereich der Person mit Demenz Glastüren oder große Fenster gibt, kann es hilfreich sein, einen Sticker auf Augenhöhe zu kleben, damit die Person im Raum besser navigieren und sich orientieren kann. Entfernen Sie Spiegel oder decken Sie diese ab. Spiegel können Verwirrung stiften, wenn die Person versucht, sich den Raum einzuprägen.
Etiketten und Schilder.
Erwägen Sie Etiketten und Schilder zu montieren, um der Person zu helfen, sich zurechtzufinden. Zum Beispiel ein Schild auf dem „Toilette“ steht an der Badezimmertüre oder die Beschriftung des Inhalts von Schubladen.
Entfernen Sie Stauraum, der sich über dem Kopf befindet.
Sichern Sie große Möbel wie Bücherregale und Schränke, um zu verhindern, dass sie umfallen. Es ist außerdem sinnvoll, Stauraum über Kopfhöhe zu entfernen, falls die betreute Person versucht, hinaufzuklettern, um etwas zu erreichen, oder wenn Gegenstände herunterfallen könnten.